Hebräische Melodie
Rubinstein, Anton
Mein Geist ist trüb und schwer, komm mit
Der gold'nen Harf' und lass die Saiten rauschen,
Wenn gleitet deine Hand sanft zitternd über sie hin
Will ich dem Sang der Sehnsucht lauschen.
Trägt mich die Hoffnung nicht, die mir das Herz bewegt,
Lässt sie die Saiten schmerzlich klingen
Und statt im Hirn zu starr'n wird durch der Augen Flor
Mir mild die Mannesthräne dringen.
Lass ihren Sang nicht Freude sein,
Ihr Lied sei wild und ihre Weise töne Trauer,
Hilf, Harfner, meiner Pein, mein armes Herz
Zerspringt wenn es nicht lös't der Thränen Schauer.
Es rang so lange Zeit, von Gram allein genährt,
Mit seiner Seufzer stummen Drange.
Jetzt, da der schwere Fluch es zur Entscheidung drängt,
Jetzt bricht es, oder schmilzt im Klange!