Sie singt ein Lied
Rubinstein, Anton
Sie singt ein Lied und mir erklingt es
als hör ich sel'ger Geister Chor
wie ferne Engelsstimmen dringt es
bezaubernd mir in Herz und Ohr.
Sie singt ein Lied und mich berauschen
wie überird'scher Harfenklang
die Töne einer Peri Sang
wähn ich voll Seligkeit zu lauschen.
Sie singt ein Lied die Töne fließen
belebend in mein krankes Herz
und aller Gram schweigt, aller Schmerz,
und unwillkührlich Thränen fließen.
Sie singt ein Lied und lauschend lange
halt ich den Athem an, daß mir
kein Hauch kein Wort entgeht von ihr
und ihrem wehmuthvollen Sange.
Sie singt ein Lied Gefühl und Schmerzen
so wahr aus ihren Tönen wehn;
daß einem gramerfüllten Herzen
nicht schwierig wird sie zu versteh'n.