Vernahmet ihr
Rubinstein, Anton
Vernahmet ihr am Hain den mächt'gen Sang
des Sängers der von Liebe klagt und Leiden,
wenn früh noch alles ruht auf Feld und Weiden
Schalmeienton nur tönt in trübem Klang?
vernahmet ihr, vernahmet ihr?
Sah't ihr ihn wohl, den Sänger in der Nacht,
wenn er von seinem Lieben singt und Leiden?
und Thränenspuren trüb sein Antlitz kleiden,
wie er so gramvoll seufzt, so traurig lacht?
sah't ihr ihn wohl, sah't ihr ihn wohl?
Ward euch nicht weh, wenn ihr ihm so genah't,
dem Sänger der von Liebe singt und leiden,
wenn einsam noch die Wälder und die Haiden,
sein schmerzgetrübtes Auge ihr sah't,
ward euch nicht weh, ward euch nicht weh?