Meine höchste Wonne
Salieri, Antonio
Schön ist's, wenn Natur zur Frühlingsweihe
Sich das junge Haupt mit Blumen schmückt,
Und Aurora durch des Äthers Bläue
Auf die grünen Fluren blickt.
Lieblich ist's, wenn im Kristall der Bäche
Still das Huldgestirn der Liebe glimmt,
Auf des Erlenweihers sanfter Fläche
Lunens Silbernachen schwimmt.
Aber himmlischer sind die Gefühle:
Wenn die Holde, die ich meine, winkt,
Und mich schmeichelnd wie die Abendkühle
Mit dem Lilienarm umschlingt.
Denn wer diesen Himmel in der Miene,
Diese Gottheit in dem Blick geseh'n,
Dem bleibt auf der großen Wesenbühne
Selbst das Schönste nicht mehr schön!