Alpenlied
A. Spaeth
Froh, durch blüthenvolle Gründe
ziehn wir mit der Lämmer-Schaar;
Kühlung spendend wehn die Winde
Duft steigt auf vom Bergaltar.
Wenn die Silberglöckchen klingen
laut des Echos Ton verhallt,
Herden hin und wieder springen,
o wie herrlich ist die Welt!
Seht, die Quellen rieseln weiter
und wir ziehn mit ihnen fort;
lichte Sterne sind uns Leiter,
führen uns von Ort zu Ort!
Jede Blume winkt uns leise
selbst wenn sie der Mond erhellt.
Jauchzend sing ich diese Weise:
o wie herrlich ist die Welt!
Schweigt in euren goldnen Schätzen
Mächtige! der großen Welt;
die Natur soll uns ergötzen,
wenn der Flitter euch entfällt.
Sie nur lohnt mit reicher Gabe.
Sie allein nur uns gefällt,
sie nur trägt des Füllhorns Habe,
o wie herrlich ist die Welt!