Der Verbannte
A. Spaeth
Tiefer Schmerz und banges Sehnen
treibt mich an des Meeres Strand;
meine Wünsche, meine Tränen
gelten dir, o Heimatland!
Möchte gern die alten Linden
meines Dörfchens wiederseh'n,
wüsste gern, ob in den Rinden
noch die alten Namen steh'n,
ob der Ulmenbaum geblieben,
den der Efeu sanft umzieht,
auf den Gräbern meiner Lieben
noch die weiße Rose blüht.
Dorten, zwischen Leichensteinen,
wo die Trauerweiden weh'n,
möcht' ich beten, möcht' ich weinen,
wann die Stern' am Himmel steh'n.
Fühlt' ich dann der Mutter Nähe,
sagte mir mein ahnend Herz,
dass sie freundlich auf mich sähe,
so vergäß' ich meinen Schmerz.
Aber ach, des Meeres Wogen
trennen mich vom Heimatland;
um mein Lebensglück betrogen
leb' ich einsam und verbannt!