Letzte Treue
A. Storch
Hart am Hügel liegt ein Krieger
Braun gefärbt durch Sonnenbrand
Und zu schwach die Wehr zu fassen
Ist gesunken seine Hand.
Ach! in hellen Perlen träuft es
Aus der Wunde teifen Schmerz.
Lajos ist's der Magyare.
Es verblutet hier sein Herz.
Aus dem Getümmel brachten Brüder
Hoch auf schaumbedeckten Ross
Sterbend ihn bis zu dem Hügel,
Wild verfolgt vom Feindestross.
Händeringend um die Leiche
Steh'n sie starr, fast sinnberaubt.
Senken still ihn in die Grube
Doch einer spricht begeistert: entblösst euer Haupt.
Leb wohl Kamrad sic, wir kämpften nicht vergebens!
Die Sclavenfesseln sprengten wir mit Muth.
Es galt die Freiheit, sie ist der Werth des Lebens,
Und sie bezahlten wir mit unserm Blut.
In deines Herzens grabesstumme Leere
Dringt nun kein zweites Leben ein,
Doch deiner Brüder hingeweinte Zähre
Fällt auf dein Grab als stiller Leichenstein.
Lebe wohl!