Neue Kameradschaft

A. Titl

Bist nun von uns ein Kamerad

Im Stollen und am Herd,

Und zeigen soll es Wort und That,

Daß wir einander werth.

Des Abgrunds Grauen mache nicht

Erbleichen uns're Wang',

Kein Gnom' verhind're uns're Schicht,

Kein Wetter mach' uns bang'.

Nicht schrecke uns die falsche Flut

Mit tosend wildem Schwall,

Und keine Felswand beug' den Muth

Durch ihren grausen Fall.

Befahren sei beherzt und kühn

Der todesschwangre Schacht,

Und freudig soll das Herz uns glüh'n

In wilder Bergmannsschlacht.

Entrungen sei durch unsre Kraft

Das Erz des Gnomen Hand,

Damit's nach tausendjährger Haft

Zum Nutzen sei dem Land.

Ist dann vollbracht die Knappenfahrt

Geselligen Vereins,

So labe uns nach Bergmannsart

Ein Becher goldnen Weins.

Und reißt von hier dich wieder fort

Ein wechselndes Geschick,

So denkst du, wo du bist vor Ort,

Wohl noch an uns zurück.

D'rum eh' erwählt der neue Pfad,

Die Gläser froh geleert:

Glückauf, du neuer Kamerad

Im Stollen und am Heerd!