Im Mondenschein, in der Waldesnacht
A. Todt
Im Mondenschein, in der Waldesnacht,
Da sitzt am Borne die Fee;
Läßt flattern im Winde des Haares Pracht,
Und zieht den Odem leis und sacht,
Und lauscht, und lauscht, und harret still,
Ob Keiner sie erlösen will
Von ihrem Liebesweh.
O Jäger, o Jäger! hab' Acht, hab' Acht,
Tritt leis mit dem Hündlein herzu!
Schon läßt sie funkeln die Augen mit Macht!
Hat ein Mal sie dich angelacht,
Kein Kraut im Walde mag heilen dich,
Weh! hier und dort ist's ewiglich
Geschehn um deine Ruh!
O Jäger, o Jäger! stoß frisch in's Horn,
Daß jäh sie erschrickt und erblaßt,
Und wieder sich birgt im tiefen Born,
Gehst sonst an Leib und Seel verlorn! --
Dank Gott, dank Gott! sie ist entflohn!
Dank Gott, dank Gott mit hellem Ton,
Daß sie dich nicht erfaßt!