Räthsel

A. von Boehme

In deinen Augen schlummert ein Geheimniß,

Das wie ein wonn'ger Traum mich süß umfängt,

Dann wieder bangend mir die Brust beengt,

Wenn tief du seufzest: schwer drückt ein Geheimniß!

Die blinde Meng' umschwärmt uns, kein Geheimniß

Ahnt sie, wo mich der Geister Schaar umdrängt;

Laut möcht' ich reden, doch die Lippe zwängt

Zurück das Wort, du lächelst mir: Geheimniß!

Welch inn'ger Einklang lebt in unsrem Schweigen!

Es hüllt in Nacht der Seelen Harmonie,

Entrückt uns aus des öden Tages Leere:

Die Stern' umkreisen uns im hehren Reigen

Und ihre Chöre tönen: Sympathie!

Sie macht uns zum Gestirn' im Himmelsheere.