Dämmerstunde

A. von Kühlmann-Redwitz

Wie wirst du schön zur Dämmerstunde,

Wenn schon der letzte Schimmer schwand!

Weich wird das Wort in deinem Munde

Und leise streift mich deine Hand.

Die Augen glänzen -- größer, freier,

Die ganze Seele ist erwacht -

Und durch der Wimpern schwarzen Schleier

Schaut deine Sehnsucht in die Nacht.

Du wirst so bleich -- auch ich erbleiche

Im süßen Zauber deines Blicks;

Ein Seufzer schwellt dein Herz, das weiche,

Ein Traumgedanke vollen Glücks?

Dann führst du still mich an die Pforte;

Es klingt ein wundersüßes Weh

Durch deine dämmerstillen Worte

Und durch dies letzte Wort: "Nun geh'!"