Das Stelldichein
A. Winterberger
Sag', was ist das, holde Schöne, daß die Lippen leis dir flüstern?
Sag', was ist es, das die Augen dir wie Kohlen glühn im Düstern?
Sind es Küsse, die du küßtest in der Dämmrung traut und still?
Oder sind es künft'ge Wonnen, die dein Mund erst küssen will?
Wie von Träumen lind befangen, schüttelst du die duft'gen Locken,
Seufzer schwellen dir den Busen, und nun fährst du auf erschrocken:
Ja, er ist es, ja, er naht sich, den du sehnend hast erharrt,
Und Vergangenheit und Zukunft werden sel'ge Gegenwart!