Empfängnis

A. Zemlinsky

Du weiche Nacht, o komm mich zu umfangen,

Mein Sehnen rundest du und reifst den Wein.

Ein seliges, ein stummes Heiland-Bangen

Schwellt meine Seele, zur Empfängnis rein.

Und wie ich sehnend meine Arme breite,

Da ringt sich von des Himmels Früchten los

Ein heller Keim und fällt aus Gottes Weite

In meiner Seele betend bangen Schoß.