Die süße Blume

Adam Christoph Friedrich Mergner

Es blüht eine schöne Blume

in einem weiten Land,

Die ist so selig geschaffen

und wenigen bekannt,

Ihr Duft erfüllet die Tale,

ihr Glanz erleuchtet den Wald,

Und wo, ein Kranker sie siehet,

die Krankheit entweichet bald.

Wo kommt im Morgenwinde

die blitzende Sonne her?

Was glüht am kühlen Abend

auf Bergen, an Wolken, im Meer?

Die Bäch' und Seen erglänzen

im klaren Mondesschein;

Am Himmel sind unsre Hütten,

drinn' leuchten Sternelein.

Drei Könige kamen gezogen

zu einem Heiligtum,

Der Stern stand über dem Hause,

drinn' lag die süße Blum';

Wenn ich zweien Augen erblicke

die funkeln hin und her,

So wünsch' ich: daß im Herzen

dies süße Blümlein wär!