Die Nacht

Adolf Wallnöfer

Aus dem Walde tritt die Nacht,

Aus den Bäumen schleicht sie leise,

Schaut sich um im weiten Kreise,

Nun gib Acht!

Alle Lichter dieser Welt,

Alle Blumen, alle Farben

Löscht sie aus und stiehlt die Garben

Weg vom Feld.

Alles nimmt sie, was nur hold,

Nimmt das Silber weg des Stromes,

Nimmt vom Kupferdach des Domes

Weg das Gold.

Ausgeplündert steht der Strauch:

Rücke näher, Seel' an Seele,

O die Nacht, mir bangt, sie stehle

Dich mir auch.