Laß ruhn die Toten

Adolf Wallnöfer

Es ragt ein altes Gemäuer

Hervor aus Waldesnacht,

Wohl standen Klöster und Burgen

Einst dort in herrlicher Pracht.

Es liegen im kühlen Grunde

Behauene Steine gereiht;

Dort schlummern die Frommen, die Starken,

Die Mächt'gen der alten Zeit.

Was kommst du bei nächtlicher Weile

Durchwühlen das alte Gestein?

Und förderst herauf aus den Gräbern --

Nur Staub und Totengebein.

Unmächtger Sohn der Stunde,

Das ist der Zeiten Lauf,

Laß ruhn, laß ruhn die Toten,

Du weckst sie mit Klagen nicht auf.