Melancholie
Adolf Wallnöfer
O schöne Zeiten,
da gerne man sein Leben gibt
um eine Lippe, die man liebt,
o Seligkeit!
Sie sind verflossen,
und kommt auch tausendmal der Mai,
die süße Maienschwärmerei
ist abgeschlossen.
Wohl jetzt wie immer
mein Leben würfe ich dahin!
Jedoch um besseren Gewinn,
den find' ich nimmer.
So schlepp' ich's weiter,
so schlepp' ich's fort,
wie oft im Sinn ein nutzlos Wort
als Waldbegleiter,
und harre, harre,
bis ich es still und ohne Zweck
an einem stillen, stillen Fleck
verscharre.