Pans Flöte

Aimée Strohl

Zum Hyazinthenfest

hat er mir eine Hirtenpfeife geschenkt,

aus schön geschnittenem Schilfrohr,

mit weißem Wachs aneinandergefügt,

das meinen Lippen süß wie Honig schmeckt.

Er lehrt mich das Flötenspiel, ich sitze auf seinem

Schoß, aber ich zittere ein wenig.

Er spielt nach mir, so leise,

daß ich ihn fast nicht höre.

Wir haben uns nichts zu sagen,

so nah sind wir einander,

aber unsere Lieder wollen sich antworten,

und eines ums andere Mal

begegnen sich unsere Münder auf der Flöte.

Es ist spät,

horch, der Gesang der grünen Frösche,

der mit der Nacht anhebt.

Meine Mutter wird niemals glauben,

daß ich so lange

meinen verlorenen Gürtel gesucht habe.