Die Blume

Aleksandr Yegorovich Varlamov

O Blümlein das den Wiesenrand

einst zierte, welk nun und verlassen,

dir hat den schönen Schmuck entwandt

des rauhen Herbstes grausam Hassen.

Ach! uns erwartet gleiches Loos,

wir zittern vor denselben Wettern:

All' unsre Freuden wird ihr Stoß

wie deine Blüthenpracht entblättern.

Im Herzen tödtet jeder Tag

uns einen Wunsch, ein süß Genießen,

und jede Stunde läßt uns ach!

viel süße Träum' in Nichts zerfließen.

Wie schön ihr Stern am Himmel steht

Die Hoffnung selber muß verschweben,

und keiner weiß, was eh'r vergeht:

ein Blümlein oder unser Leben.