Jane Grey

Alexander Zemlinsky

Sie führten ihn durch den grauen Hof,

Daß ihm sein Spruch gescheh';

Am Fenster stand sein junges Gemahl,

Die schöne Königin Grey.

Sie bog ihr Köpflein zum Gitter heraus,

Ihr Hals erglänzte wie Schnee;

Er hob die Fessel klirrend auf

Und grüßte sein Weib Jane Grey.

Und als man den Toten vorübertrug,

Sie stand damit sie ihn seh';

Drauf ging sie freudig denselben Gang,

Die junge Königin Grey.

Der Henker, als ihm ihr Antlitz schien,

Er weinte laut auf vor Weh,

Dann eilte nach in die Ewigkeit

Dem Gatten Königin Grey.

Viel junge Damen starben schon

Vom Hochland bis zur See,

Doch keine war schöner und keuscher noch

Als Dudleys Weib Jane Grey.

Und wenn der Wind in den Blättern spielt

Und er spielt in Blumen und Klee,

Dann flüstert's noch oft vom frühen Tod

Der jungen Königin Grey.