Auf dem Friedhofe

Allyre Bureau

Kennst du das Grab mit weissem Steine,

d'ran die Cypresse sich erhebt,

und leise bebt?

Von dem Baum im Abendscheine

singt ein Vöglein den Grabgesang,

seufzend und bang.

Sie tönt zart und trüb, diese Weise

dringt voll Lust und voll bott'rem Schmerz

tief in dein Herz,

bannet dich fest in Zauberkreise;

solch Lied trägt wohl zum Himmelstor

Engel empor.

[Dann gesellt in des Grabes Tiefe

weinend die Seele dem Vögelein

sich im Verein],

klagt, daß sie hier vergessen schliefe,

daß keine Zähre ihr auf's Grab

rinnet herab.

Auf den Flügeln bebender Töne

[aufstiegt mit erzitterndem Schwung

Erinnerung]

Vor dir schwebt in himmlischer Schöne,

leuchtend in schanken Strahles Licht,

ein Traumgesicht.

Nachtschatten die kaum halb erschlossen,

füllen rings umher lind die Luft

mit süßem Duft,

und das Phantom, strahlenumflossen,

singt leis breitend den Arm nach dir:

Komme zu mir!

Oh! nimmermehr geh ich zum Grabe,

wenn sich nahet die Abendzeit,

im dunklen Kleid,

seit dem Lied gelauschet ich habe,

das von der Cypresse erklang

so trüb und bang!