Am 20. August

Amy Marcy Cheney Beach

Herr, du erforschest und kennest mich,

Du stehest mich, wo ich gehe.

Vor deinem Angesicht bin ich,

Ich sitze oder stehe.

Dein ewig helles Auge dringt

In's Tiefste meiner Seele.

Du hörest, was mein Herz dir singt,

Eh' ich es laut erzähle.

Selbst die Gedanken kennest du,

Eh' sie in mir entstehen;

Wie mag, was ich im Dunkeln thu',

Dem ew'gen Licht entgehen!

Kein Wort, kein Wunsch in meiner Brust

Ist dir verdeckt und unbewußt.

Und flög' ich schneller als das Licht

Weit über alle Meere;

Mich fände doch dein Angesicht,

So fern ich immer wäre.

Und stieg' ich in den tiefsten Ort,

Den nie em Maaß ergründet,

Du bist es, der mich hier und dort

Und allenthalben findet.

Drum will ich wandeln, Herr, vor dir;

Ich will dir nichts verhehlen;

Dein Vateraug' wacht über mir,

Du Heiland uns'rer Seelen.