Schwüle
Anna Teichmüller
Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag
Sterne, Sterne -- Abend ist es ja --
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?
Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah --
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?
Eine liebe, liebe Stimme ruft
Mich beständig aus der Wassergruft --
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?
Endlich, endlich durch das Dunkel bricht --
Es war Zeit! -- ein schwaches Flimmerlicht --
Denn ich wußte nicht, wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!