Der Mai
Anonymous
Alles neu macht der Mai,
Macht die Seele frisch und frei.
Laßt das Haus, kommt hinaus!
Windet einen Strauß.
Rings erglänzet Sonnenschein,
Duftend prangen Flur und Hain:
Vogelsang, Hörnerklang
Tönt den Wald entlang.
Wir durchziehen Saaten grün,
Haine, die ergötzend blühn,
Waldespracht, neu gemacht
Nach des Winters Nacht.
Dort im Schatten an dem Quell
Rieselnd munter silberhell
Klein und Groß ruht im Moos,
Wie im weichen Schooß.
Hier und dort, fort und fort,
Wo wir ziehen, Ort für Ort,
Alles freut sich die Zeit,
Die verschönt erneut.
Widerschein der Schöpfung blüht
Uns erneuend im Gemüth.
Alles neu, frisch und frei
Macht der holde Mai.