Fee'n-Reigen

Anton Eberhardt

Die silbernen Glöckchen

Der Blume des Mays,

Sie läuten zum Reihn.

Herbey in den Kreis,

Ihr schwärmenden Feyn!

Auf! purpurne Flöckchen

Und weiße zu streun!

Wo Mondschein die duftige

Primel umbebt.

Da werde der luftige

Reigen gewebt.

O Lust, sonder gleichen,

Zum Ringe verschränkt,

Bis Luna den Höhn

Die Drachen entlenkt,

Sich nach dem Getön

Von Ariels weichen

Accorden zu drehn!

Sey manches entzückender!

Freundlich und mild

Hat uns ein beglückender

Wahn es verhüllt.

Die Menschen, gleich Blättern,

Verschwinden sie früh;

In angstvoller Hast

Erbaun sie mit Müh

Den Wolkenpallast;

Im Räumchen von Brettern

Da finden sie Rast.

Wir lachen der grämlichen

Runzeln der Zeit,

Und bleiben die nähmlichen

Morgen wie heut!

Wir herrschen in Reichen,

Wo nimmer dein Born,

O Jugend, versiegt.

Die Ros' ohne Dorn

Am Pfade sich wiegt,

Und ewig kein Zeichen

Im Sternenbuch trügt.

Wo Mondschein die duftige

Primel umbebt,

Da werde der luftige

Reigen gewebt.