Der heilige Reiter
A. Mendelssohn
Ich zieh in einen heiligen Krieg,
frag nicht nach Lohn, frag nicht nach Sieg.
Ich bin ein heiliger Reiter,
kein Kreuz such ich und keinen Gral.
Und bin doch heilig tausendmal
als meiner Sache Streiter.
Nun bin ich ledig aller Laun'
und Gunst der Welt und Gunst der Fraun.
Ich bin ein heiliger Reiter.
Mein Herz schlägt still bewehrt in mir,
Still unter mir regt sich mein Tier,
und sonst regt sich nichts weiter.
Verglimme hinter mir ein Herd;
die Sorge sitzt nicht mit zu Pferd.
Ich bin ein heiliger Reiter.
Mein Sattel ist für sie zu knapp.
Greif aus, mein Tier, greif aus, mein Rapp,
greif aus und hilf uns weiter!
Mein Herz hält Schritt mit dir, mein Pferd.
Die Erde zittert. Zittre, Schwert.
Ich bin ein heiliger Reiter.
Weiß nicht mehr, was mich vorwärts treibt;
Der Beste ist, der Sieger bleibt.
Und ich begehr nichts weiter.