Nachtreiter
A. Mendelssohn
Reit ich kein Sattelpferd, brauch ich keinen Zaum,
Pflück mir die Reitpeitsche aus dem Weidenbaum!
Nachts wenn es finster, stürmt es und rast 's,
Mein ist das beste Pferd, das die Wiesen grast.
Rapp, reck die Hufen aus! flieg wie der Wind!
Trag mich durch Sturm und Nacht bis zum liebsten Kind!
Weißt wie das Fenster klirrt? weißt du wie 's thut?
Spring ich beim Liebchen ein, spring du auf die Weid! --
Lustig ist 's Leben ohn Zügel und Zaum!
Vögel pflücken Kirschen: wem gehört der Baum?