Im Wahnsinn

August Ferdinand Häser

Einer nur schaue mein Leben:

Der mir's gegeben.

Zog er auch in Wettern daher,

Er ist mein Herr;

Vor ihm werf ich mich nieder,

Erschließ' mein Innerstes wieder.

Nimmer aber sollen's erschauen

Menschen. Kann ihnen nicht trauen,

Die mich gerichtet,

Richtend vernichtet.

Einzelne wen'ge Momente,

Die, wohl lachend, ich trennte

Von den düsteren Tagen,

So ich zu tragen --

Mögen aus meinen dunkeln

Nächten aufflammen, zu funkeln;

Mein Dasein, flackernd, zu röthen,

Daß in der Öden

Sie mich betrachten von Weiten,

Gleich den rieseigen Seiten

Einsam erleuchteten Wipfel.

Ich aber steh auf dem Gipfel

Ganz allein.

Eisig durchziehen mein Gebein

Stürme, die um mich blasen;

Unten seh' wild ich's rasen,

Kommen und fliehen,

Wo verglühen

Dunkelwühlende Krater. --

Kommst du noch nicht, mein Vater?

Du! erschauest mein Leben!

Die du gnädig gegeben,

Ach! meine Sinnen

Sind von hinnen;

Haben sie grausend genommen.

Thut so weh!

Vater! Hilf mir aus deiner Höh!

Geist ist beklommen,

Irrend gebunden;

Herz voller Wunden!

Vater! ich werfe mich nieder;

Gib' mich der Erde bald wieder!