Vorbei

August Ferdinand Häser

Süßes Bild! Willst du nicht lassen

Mir zu kommen? nie erblassen?

Und du hast mich doch verlassen!

Kann dich nimmer, nimmer hassen.

Ach! Du zog'st, ob ich dir treu,

Mir vorbei.

Tage, wo in hohen Lüften

Meine Horen glühend schifften

Auf der Liebe Rosen-Düften,

Erde schwand mit ihren Klüften,

Tage! ewig lieb und neu,

Seid vorbei.

Seit ich von euch scheiden müssen

Keine Freuden mehr mich grüßen,

Und die Stunden trüb' hinfließen.

Armes Herz! bist tief zerrissen.

All' mein Leben ist entzwei

Und vorbei.

Kehrst mich nicht mehr, holder Frieden!

Denn vergiftet sind die Blüthen.

Schließ't euch, Augen! die ihm glüh'ten.

Öffne Grab! mich zu umfrieden.

Mein Gesang ist Schmerzens-Schrei.

Bin vorbei.