Nächtliche Jagd

August Saran

Mit Lust tät ich ausreiten

Durch einen grünen Wald,

Darin da hört' ich singen

Drei Vög'lein wohlgestalt,

Und sind es nicht drei Vögelein,

So sind's drei Fräulein fein,

Soll mir die Ein' nicht werden,

So gilt's das Leben mein.

Die Abendstrahlen breiten

Das Goldnetz über'n Wald,

Und ihm entgegen streiten

Die Vög'lein, daß es schallt.

Ich stehe auf der Lauer,

Ich harr' auf dunkle Nacht,

Es hat der Abendschauer

Ihr Herz wohl weich gemacht.

In's Jubelhorn ich stoße,

Das Firmament wird klar,

Ich steige von dem Roße,

Und zählt' die Vögelschaar.

Die Ein' ist schwarzbraun' Anne,

Die Andre Bärbelein,

Die Dritt' hat keinen Namen,

Die soll mein eigen sein.

Da drüben auf jenem Berge,

Da steht der rote Mond,

Hier hüben in diesem Thale,

Mein feines Liebchen wohnt.

Kehr dich Feinslieb herumme,

Beu ihm den rothen Mund,

Sonst ist die Nacht schon umme,

Es schlägt schon an der Hund.