Indische Serenade
Augusto Bendelari
Ich erwach am Traum von Dir
im ersten süßen Schlaf der Nacht,
wenn die Winde leise atmen,
und im Glanz der Sternenpracht
wach ich auf am Traum von Dir,
und ein Geist lenkt meine Füße
wer weiß wie -- auf welchen Pfaden
an Dein Kammerfenster, Süße!
Streichende Winde verzagen
auf dem dunklen, stillen Strom;
Magnoliendüfte verwehen
wie süße Gedanken im Traum;
Der Nachtigall süß' Klagen
erstirbt an ihrer Brust;
wie, Liebste, ich, so wie du bist,
an deiner Brust ersterben muss!
O hilf mir auf vom Gras!
Ich sterbe, zage, stürze nieder!
Lass Deine Liebe Küsse regnen
auf meinen Mund und meine bleichen Lider.
Meine Wang' ist kalt und blass!
Mein Herz pocht laut und hetzt;
Ach drücke es an Deines wieder,
wo es dann brechen wird zuletzt.