Trennung
B. Dieren
Der Tag bricht an. So muß ich denn hinweg,
Geliebte Freundin, die mein alles ist.
Laß mich noch einmal deine kleine Lampe
Aus Jade heben, daß ich deine Augen
Und deines Haares Schönheit ganz erkenne,
Noch einmal, Süße, reiche mir den Mund, --
Dann will ich gehn. Ich höre schon das Gong
Des Wächters, der zur ersten Arbeit ruft,
Und durch den Vorhang dringt das Licht der Frühe.
Lebwohl, Geliebte! Gerne will ich an
Die Arbeit wandern. Alle Arbeit führt
Dem Abend zu; der Abend aber leitet
In deine Arme, die den ganzen Tag
Mir winken sollen als der schönste Lohn,
Der jemals einem Liebenden geworden.
Lebwohl! Lebwohl! Nun schwing' ich mich hinaus.
Sieh, wie der Tau auf allen Beeten funkelt!
Lebwohl! Bis an den Abend Lebewohl!