Mondlied
B. Kéler
Warum gehst du bleich dort oben,
stiller Mond, am Himmelszelt?
Milde Sonne uns'rer Nächte,
Lichtgedanke dieser Welt!
Du kannst freudestrahlend scheinen,
wie du wandelst fort und fort,
denn dir gab der Herr zum Ziele
deiner Heimat Ausgangsort.
Aber ich, ich wandle immer,
mir zur Seite tiefer Schmerz,
und als regen Stundenweiser
in der Brust ein krankes Herz.
Was ich suchte, fand ich nimmer,
in der Heimat war mein Glück,
und die Seele sehnt zur Rückkehr
sich verlor'ne Kraft zurück.