Herbstliches Scheiden

B. Nemes Hegyi

Herbst war's, als von dir auf immer

Scheidend ich in's Weite ging:

Träumend auf der letzten Rose

Saß der letzte Schmetterling.

Auf dem Wanderflug gen Süden

Sang ein Vogel, eh' er schied,

Unter'm letzten Grün der Linde

Rastend noch sein letztes Lied.

Und im letzten Zephyrhauche,

Welcher strich durch's stille Thal,

Küßten Schmetterling und Rose

Flüsternd sich zum letzten mal.

Dann entsanken ihr die Blätter,

Ihm die Schwingen; und der West,

Wie des Sommers letzter Seufzer,

Schwieg ersterbend im Geäst.

Und der Nord begann zu blasen,

Wirbelte mit wildem Braus

Rosenblätter, falterschwingen

Durch des Herbstes ödes Haus.

Und von meinem eig'nen Herzen

Fiel die letzte Blüte sacht:

Herbstgefühl in tiefster Seele,

Schritt ich weiter in die Nacht.