An meine Harfe
B. Randhartinger
Komm, Harfe, sangesreiche,
lass an mein Herz dich drücken;
hast du dem Schmerz gedienet,
so diene auch dem Entzücken.
Er liebt mich, liebt mich wieder!
Wirst du wohl Töne finden,
was diese Worte sagen,
mit süßem Laut zu künden?
Lass deine Saiten rauschen,
die lieben, gold'nen Saiten,
dass auf melod'schen Wellen
des Liedes Worte gleiten.
Trag' hoch es über Berge
und über ferne Meere,
dass ich dem Liebsten Liebe,
dass ich ihm Treue schwöre.
So lang' ich liebend lebe,
sollst, Harfe, du erklingen,
so lang' dies Herz voll Liebe,
will ich von Liebe singen.
Und wenn in seinen Armen
der Tod mich grüßet leise,
dann töne noch verhallend
der Liebe letzte Weise.
Und, Harfe, du begleite
als Echo dann mein Leben
und lass aus deinen Saiten
den letzten Ton entschweben.