Bergmannslied

B. Randhartinger

Ich möchte traun nichts anders sein,

Als wie ein Bergmann nur allein.

Zur Hälfte heim im nächt'gen Graus,

Und halb in Gottes Licht zu Haus.

Bald auf dem Knebel durch die Luft

Einfahrend in Gehäng' und Kluft,

Bald auf den Fahrten, lustig, frei,

Zu Tage kletternd ohne Scheu.

Mit Schlegel und mit Eisen bald

Erprobend hier der Wand Gehalt,

Nun wälzend mit des Pulvers Macht

Des Donner Rollen durch den Schacht.

Jetzt schürfend in versunk'ner Klaus',

Um mich der Fluder wild Gebraus',

Dazu der Künste lärmend Spiel.

Welch' Männerherz, dem dieß mißfiel?

D'rauf wieder an dem eignen Herd,

Zur Feierstunde heimgekehrt,

Nur Wohnlichkeit und Sonnenlicht,

Und noch ein liebes Angesicht.

Jetzt wieder in der Brüder Kreis

Nach altgewohnter Stöllnerweis,

Ein volles Glas, das gern man gibt,

Jedwedem bringend was uns liebt.

Ja nur wo Schatten sich und Licht

Zu Einem so wie hier verflicht,

Da lebt sich's, wie's mehr steht zu Sinn;

Glückauf, daß ich ein Bergmann bin!