Der Mönch

B. Randhartinger

An dem Fenster seiner Zelle

steht ein Mönch, das Haar gebleicht,

sieht hinauf zur blauen Ferne,

und das Auge wird ihm feucht.

Was mag wohl den Mann betrüben,

dass er eine Zähre weint?

Denkt er einer heißen Liebe,

ist gestorben ihm ein Freund?

Ach, ihr irrt euch; weder Liebe

kannte er, noch einen Freund.

Darum kömmt es, dass er einsam

eine heiße Zähre weint.