Der Schiffbrüchige

B. Randhartinger

Hier liegt er denn am wüsten Strand,

er, der in bessern, schönern Stunden

des Seemanns höchstes Glück empfunden,

und weint und zeichnet Schiff' in Sand-

Wie flog ihm durch die Brust das Blut,

wenn einst des Südens Lüfte wehten,

wie Schwäne sich die Segel blähten

im Wechseltanz der Ebb' und Flut.

Wenn kühn die Wellen schnitt der Kiel,

den fernen, grauen Nebelstreifen

man mählich sah zum Lande reifen,

und - Hurra! - jetzt der Anker fiel.

Nun ist es still; die hohle See

wälzt unglücksatt sich in den Tiefen,

nackt hängen Leichen an den Riffen,

und tausend Geister wimmern Weh'!

Nur einer lebt am wüsten Strand,

er, der in Wahnsinn hingeschwunden,

vom Glücke träumt, das er empfunden,

und weint, und zeichnet Schiff' in Sand.