Der Tanz

B. Randhartinger

Bei lieblichen leisen,

lustweckenden Klängen,

bei lockenden Weisen

und frohen Gesängen,

beim Flüstern der Flöten,

beim Jubel der Geigen

folgt sie mit Erröten

dem Jüngling zum Reigen.

Die Hüfte umschlingend

entführt er sie schwingend

im wirbelnden Tanz.

Er herzt sie und liebt sie,

still freudig ergibt sie

dem Teuren sich ganz.

Es schallen die Becken,

die Hörner ertönen;

die Klänge erwecken

ein wortloses Sehnen.

Es wiegen sich beide

voll trunk'nem Entzücken,

es lachet die Freude

aus glühenden Blicken.

Sie schwingen und schweben,

ein wonniges Beben

belebt ihre Brust.

Von Klängen begeistert,

von Liebe bemeistert

entführt sie die Lust.

Wie lacht er so fröhlich

beim schelmischen Wiegen,

wie blickt sie so selig

beim engen Anschmiegen!

Nun bückt er sich nieder

und necket und herzet

und fasst sie ums Mieder

und schmeichelt und scherzet!

Sie will ihn nicht hören,

sie will ihm gewähren

und drängt ihn zurück!

Mit lächelndem Schweigen

führt er sie vom Reigen

zum Sitze zurück.