Der Trompeter

B. Randhartinger

Ich bin ein frisches Reiterblut

mit frohem Herz und keckem Mut;

ein blankes Horn, ein feurig Ross,

das ist mein treuester Genoss.

Wenn ich zum Exerzieren muss,

blas' ich der Liebsten meinen Gruß,

und abends nach unblut'ger Schlacht

bring' ich ihr sanft ein' gute Nacht.

Und zieh'n wir einmal fort ins Feld,

bleib' ich im Kampfe auch ein Held,

ich mit dem Regiment voran,

und schmett're lustig drauf und dran.

Und bricht des feindlich tödlich Blei

schon früh mein junges Herz entzwei,

und sink' ich blutend in den Sand,

schwing' ich mein Horn hoch in der Hand.

Lebt wohl, lebt wohl, Kam'raden all,

ach, trauert nicht ob meinem Fall!

Ich sterb' für Vaterland und Thron

den Reitertod als braver Sohn.

Leb' wohl, leb' wohl, geliebtes Kind,

bis ich dich drüben wiederfind';

es grüßt dich noch im letzten Schmerz

das sterbende Trompeterherz.

Wenn einstens die Posaune tönt

und mächtig in die Gräber dröhnt,

dann wecke ich mit Siegesschall

die Kameraden noch einmal

und schwebe zu der Liebsten Grab,

ihr tönt mein schönstes Lied hinab;

dann fliegen wir aus dumpfer Ruh'

getreu vereint dem Himmel zu!