Die Farben

B. Randhartinger

Ich liebe Grün, es ist die Farbe

des jungen Walds, der jungen Flur,

es ist der Hoffnung frische Farbe;

bin glücklich, darf ich hoffen nur.

Ich liebe Blau, es ist die Farbe,

die in den Himmel eingewebt;

es ist der Zauber ihres Auges,

in dem mein ganzer Himmel lebt.

Ich liebe Rot, den Gruß des Lichtes,

wenn es dem Tag entgegenzieht;

auf ihren Lippen, ihren Wangen

sind rote Rosen aufgeblüht.

Ich liebe Weiß, den Schmuck der Lilie,

der Unschuld Bild - wie sollt' ich nicht?

Ich liebe ja die treue Seele,

die aus den schönen Zügen spricht.

Ich liebe Schwarz; mit seinem Schleier

verhüllt die Liebe still die Nacht,

und schwarz sind jene reichen Locken,

die mich zum Sklaven ihr gemacht.

Auch lieb' ich Gelb, doch nur am Golde,

und solches fehlet ihr allein.

Ach, dürft' ich ihr ein Ringlein schenken,

es sollt' vom reinsten Golde sein.