Die Wirtin

B. Randhartinger

Wilder Lärm tönt in der Schenke,

wer wollt' heut' nicht fröhlich sein,

da zur Stadt, der reichgeschmückten,

zog des Festes Jubel ein.

Freut des Lebens euch, ihr Brüder!

schallt ein kräft'ger Männersang,

und die vollen Gläser läuten

d'rein mit lustig hellem Klang.

Aber droben, weh', im Sterben

liegt des Wirtes junge Frau,

erst vor Kurzem noch so blühend

wie die Ros' im Morgentau.

Und die frohen Klänge dringen

zu dem Sterbebett hinauf;

bitter lächelnd schlägt die Kranke

einmal noch die Augen auf.

Freut des Lebens euch! schallt's wieder,

allsolang das Lämpchen glüht;

droben aber in der Kammer

eine Rose lag verblüht.