Du meinst, der Herr sei ferne

B. Randhartinger

Du meinst, der Herr sei ferne,

und längst doch ist er da

und wäre dir so gerne

mit seinem Troste nah';

nicht ist er weggenommen,

dein Auge nur ist blind,

dass du ihn nicht sahst kommen

heran durchs Dorngewind'.

Siehst du ihn dort nicht stehen

in seiner Freundlichkeit,

der, eh' ihn rief dein Flehen,

sah all' dein Herzeleid?

Ei, lasse nur dein Weinen,

da kennst du ihn wohl gleich,

der nie vergisst die Seinen

und ist an Huld so reich!

Horch! Jeden Gram versüßet

er dir mit seinem Wort;

sobald er dich nur grüßet,

flieht alles Zagen fort.

Anbetend sinkst du nieder

und hältst ihn froh umfasst,

hast ihn und alles wieder,

was du gesuchet hast.