Filomele
B. Randhartinger
In nächt'ger Ätherbläue,
wie glänzt des Mondes Schimmer
durch helles Sterngeflimmer,
kein Lüftchen rauscht im Hain.
Nur Filomele schlüpfet
aus busch'gen Laubgehängen
und seufzt in Sehnsuchtsklängen
voll süßer Liebespein.
Kaum hört ihr Pärchen flöten,
so hüpft's von Zweig zu Zweigen
und ruft mit süßem Neigen:
„O klag' nicht, bin ja hier!“
Kennst, Holde, du dies Sehnen,
der Liebe süße Schmerzen?
Wann tönt aus deinem Herzen
solch traute Antwort mir?