Im Traumgesichte bist du mein

B. Randhartinger

Die Mutter:

Im Traumgesichte bist du mein!

Willkommen, süße Nacht,

da freundlich mir wie Sternenschein

dein Antlitz wieder lacht!

O Leid und Weh'! Der Morgenwind

führt mir von hinnen dich;

vergeblich such' ich dich, mein Kind,

und schluchze bitterlich.

Das Kind:

O weine nicht, ein Traum nur ist

dein Leid, o Mutter, hier;

gelassen trag's die kurze Frist,

bis dass du kommst zu mir!

Und liegt auch noch auf dir die Pein

bang' wie ein Traum der Nacht,

o Mutter, ewig bleib' ich dein,

bist drüben du erwacht!