Jägers Feierabend

B. Randhartinger

Im Wald ist's öd' und schaurig,

kein Wild verrät sich mehr;

der Jäger lehnt sich traurig

aufs feiernde Gewehr,

[zerkaut an seinen Nägeln

den schwermutvollen Sinn

und trillert mit den Vögeln

bewusstlos vor sich hin.]

Nun denkt er all des Trüben,

womit ihn Gott bedrückt,

nun denkt er auch des Lieben,

womit ihn Gott beglückt;

des eig'nen frischen Leibes,

der eig'nen frohen Brust,

der Kinder und des Weibes

wird er sich froh bewusst.

Da hält er nun entgegen

sein Trübes seiner Freud'

und sieht, wie Gottes Segen

weit überwiegt das Leid.

Da wölben ihm die Säulen

des Waldes sich zum Dom;

des Waldes Sänger eilen

herbei und singen fromm.

Und betend unter ihnen

steht nun der Jägersmann

und legt mit freud'gen Mienen

die Büchse wieder an,

tut einen Schuss ins Leere

und mit dem Schuss den Ruf:

„Das gilt des Gottes Ehre,

der mich so glücklich schuf!“