Liebesunmut
B. Randhartinger
Mein Sinn ist trübe,
die Wange bleich;
wie bist du, Liebe,
so schmerzenreich!
Der Himmel grauet,
die Nacht bricht ein;
mein Hüttchen schauet
mich stets allein.
Den Mond umdunkelt
ein Wolkenheer,
kein Sternlein funkelt
mir Hoffnung mehr.
Der Abend sinket,
der Morgen taut,
und ach, mir winket
noch keine Braut!
O mich berauschen
in Liebchens Arm
und Liebe tauschen,
so herzig warm!
Für solche Wonne
verlachet' ich,
Tor in der Tonne,
Tor Crösus, dich!
Doch ach, nur Wermut
schenkt Liebe mir,
d'rum bricht in Schwermut
mein Herz auch schier.
Schon wankt am Stabe
mein matter Fuß
hin zu dem Grabe
voll Überdruss!
Ich fühl' es merklich,
mein Leben lischt,
da mir so kärglich
die Liebe tischt.
Hör' auf zu schlagen,
beklomm'nes Herz!
Nicht länger tragen
kann ich den Schmerz.
Fleuch hin, zu enden,
o Leben mein,
fleuch hin, zu wenden
die bitt're Pein!