O sieh' den grünen Pfühl!
B. Randhartinger
O sieh den grünen Pfühl!
Hier lag're, Müder, dich und ruh'!
Die Quelle rauschet kühl,
und süße Düfte weh'n dir zu;
die schlanken Palmen steh'n
so schattendicht im frischen Winde:
Mein Gott! Auch durch die Wüste geh'n
willst rettend du mit deinem Kinde.
Ruh' ohne Furcht, es wacht
bei dir derweil dein guter Hirt.
Freu' selig dich der Pracht,
von allem Grauen unbeirrt;
bist du erlabt aufs Neu',
lass zu dem Wallen froh der Palmen
dem Herrn für seine Gnad' und Treu'
erschallen deines Dankes Psalmen.
Setz' fürder dann den Stab
nach der Verheißung schönem Land,
brennt glühend heiß herab
die Sonn' auch auf der Wüste Sand;
nur mutig! Bald erquickt
dein Gott dich wieder süßer Weise,
bis einst dein brechend Aug' erblickt -
Halleluja! - das Ziel der Reise.