Rauchlied

B. Randhartinger

Statt nur Becher hier zu häufen,

Bursche, bring' uns lieber Pfeifen,

Feuer bring', was g'nügt, sodann!

Auf des Rauches Wolkenwagen

fährt die Seel' aus Dumpf und Zagen

wie ein Phönix himmelan!

Lasst uns also freudig rauchen

und in Dampf und Glut verhauchen,

was uns neckt und was uns nagt;

oft ist Regen, selten Sonne,

und zum Vorwurf wird die Wonne,

die wir töricht uns versagt!

Glaubt auch nicht, des Rauches wegen

sei man um den Trunk verlegen

und ums Wort - es ist nicht so!

Gleichen Schritts geht mit dem Rauche

Trunk und Wort nach altem Brauche,

frischer nur, als anderswo.

Könnte man doch jeden stillen,

trotzigen Philister hüllen

in ein solches Wolkenzelt!

Von des Rauches Kreis umrungen

SYSTEMbilden wir, zur Lust verschlungen,

uns're eig'ne frohe Welt.

Fern sei, wer mit dürrem Herzen

eitel nennet unser Scherzen,

es ist ernst, bedeutsam auch;

denn die Pfeif', am Munde klebend,

mahnt, den Bass zur Liebe gebend:

Mensch, was bist du? - Nichts als Rauch!