Schwanengesang
B. Randhartinger
Es singt ein Schwan die Trauerweise,
das klingt in stiller Mitternacht
wie Liebesweh', sehnsüchtig leise,
wie Sterbeschmerz, der nun vollbracht.
Es schweigt das Lied; er sinkt hinab,
und alles Weh' nimmt er mit sich.
Den Schwan umfängt das nasse Grab,
und dieser Schwan bin ich.
Es strahlt ein Stern in dunkler Höhe,
der schönste in der Erdennacht.
Er blickt herab auf Wohl und Wehe
und leuchtet fort in stiller Pracht.
Als Glaubenstrost im ew'gen Glanz
sah er dem Todeskampfe zu;
er strahlt mir nun im Sternenkranz,
und dieser Stern bist du!